In unserer Mitte: Aspekte jüdischen Lebens in Leipzig in der Neuzeit

Der Leipziger Brühl ca. 1920 (Leipzig Jewish Community Collection, F 9629) Als eine der ältesten Straßen Leipzigs wird der Brühl von schmalen Gassen und Höfen flankiert, in denen jüdische Pelzhändler während der Leipziger Messe Unterkunft fanden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Häuser durch die großen Lager und Bürogebäude der niedergelassenen Kürschnereien ersetzt. Eine Veränderung, die zugleich den Wandel der Stadt zum bedeutenden Umschlagplatz für Pelzwaren widerspiegelte. Zum Zeitpunkt der Aufnahme arbeiteten ungefähr 10.000 Personen in der Leipziger Pelzindustrie, die nahezu ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Pelzen abdeckte.

Der Leipziger Brühl ca. 1920 (Leipzig Jewish Community Collection, F 9629) Als eine der ältesten Straßen Leipzigs wird der Brühl von schmalen Gassen und Höfen flankiert, in denen jüdische Pelzhändler während der Leipziger Messe Unterkunft fanden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Häuser durch die großen Lager und Bürogebäude der niedergelassenen Kürschnereien ersetzt. Eine Veränderung, die zugleich den Wandel der Stadt zum bedeutenden Umschlagplatz für Pelzwaren widerspiegelte. Zum Zeitpunkt der Aufnahme arbeiteten ungefähr 10.000 Personen in der Leipziger Pelzindustrie, die nahezu ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Pelzen abdeckte.

Als eine der ältesten Straßen Leipzigs wird der Brühl von schmalen Gassen und Höfen flankiert, in denen jüdische Pelzhändler während der Leipziger Messe Unterkunft fanden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Häuser durch die großen Lager und Bürogebäude der niedergelassenen Kürschnereien ersetzt. Eine Veränderung, die zugleich den Wandel der Stadt zum bedeutenden Umschlagplatz für Pelzwaren widerspiegelte. Zum Zeitpunkt der Aufnahme arbeiteten ungefähr 10.000 Personen in der Leipziger Pelzindustrie, die nahezu ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Pelzen abdeckte.

Zeitraum:
28. Juni bis 8. September 2015

Ort:
Leipziger Stadtbibliothek, Ausstellungsfoyer
Wilhelm-Leuschner-Platz 10/11, 04107 Leipzig

Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 10:00-19:00 Uhr; Mittwoch 13:00-19:00 Uhr; Samstag 10:00-14:00 Uhr

Leipzigs jüdische Gemeinde war schon immer von Zuwanderung geprägt. Angelockt durch die Möglichkeiten, die ihnen die sächsische Großstadt als Handelszentrum bot, leisteten Juden einen erheblichen kulturellen und wirtschaftlichen Beitrag zur Entwicklung der Stadt.

Obwohl bereits im Mittelalter eine jüdische Gemeinde in Leipzig existiert hatte, wurde Juden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert lediglich der kurzfristige Aufenthalt innerhalb der Stadtgrenzen gestattet. Nichtsdestotrotz blieben Juden als Händler und Kaufleute auf der Leipziger Messe ein wahrnehmbarer Bestandteil des städtischen Lebens. Vor allem der Pelzhandel wäre ohne sie kaum denkbar gewesen: es waren jüdische Händler aus Galizien, die die unbehandelten Felle aus Osteuropa und Asien importierten, und jüdische Kaufleute aus dem Westen, die diese wiederum an modebewusste Frauen und Männer von Hamburg bis London vermittelten.

Zur Mitte des 19. Jahrhundert entstand erneut eine jüdische Gemeinde, die rasch anwuchs. Um 1920 besaß sie bereits über 13.000 Mitglieder und war somit die sechstgrößte Gemeinde in Deutschland. Juden zählten zu den prominentesten Bürgern Leipzigs, vom „Pelzkönig“ und Philanthropen Chaim Eitingon bis hin zum Musikverleger und Mäzen Henri Hinrichsen.

Während des Nationalsozialismus wurden nahezu alle Leipziger Juden entweder deportiert oder zur Flucht gezwungen. Doch schon 1945 gründete eine kleine Gruppe Überlebender ein weiteres Mal eine jüdische Gemeinde in Leipzig, die über die nachfolgenden Jahrzehnte größer wurde und insbesondere dank der Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion seit den 1990er Jahren stetig wächst.

Die Ausstellung in den Räumen der Leipziger Stadtbibliothek beleuchtet diese außergewöhnliche Geschichte sowohl mithilfe von eigenen Objekten aus den reichhaltigen Beständen des Leo Baeck Institutes als auch durch umfangreiche Leihgaben lokaler Institutionen wie der Ephraim Carlebach Stiftung und dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.

„In unsrer Mitte“ wird im Rahmen des 20jährigen Jubiläums der Leipziger „Jüdischen Wochen“ stattfinden, die durch den Leipziger Bürgermeister Burkhard Jung und den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Küf Kaufmann eröffnet werden. Die Ausstellungseröffnung am 28. Juni 2015 durch Carol Kahn Strauss (International Director LBI NY|Berlin) und den Kurator Dr. Clemens Maier-Wolthausen wird Teil dieser Auftaktveranstaltung sein.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung seitens der Deutschen Post-Stiftung.

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