Leo-Baeck-Medaille 2017 für Max Warburg

Der Hamburger Bankier Max Warburg erhielt die Leo-Baeck-Medaille 2017. Das LBI würdigt damit Warburg für sein persönliches Engagement für jüdische Institutionen wie das Israelitische Krankenhaus in Hamburg, sowie für seine Verdienste um den Erhalt der deutsch-jüdischen Geschichte, u.a. durch den Aufbau der Stiftung Warburg Archiv.

Max Warburg (l) mti LBI Geschäftsführer William H. Weitzer im Zentrum für Jüdische Geschichte in New York am 15. November 2017.

„Ich empfinde es als besondere Ehre, die Medaille in meiner Geburtsstadt New York entgegenzunehmen“, betonte Warburg in seiner Dankesrede. „Ich verstehe diese Ehrung nicht nur als Anerkennung für mich, sondern auch für meine Angehörigen und Vorfahren.“ Seine Familie, insbesondere sein Großvater Max Warburg, und enge Mitarbeiter stellten sich während des Nationalsozialismus an die Spitze der jüdischen Selbsthilfeorganisationen und verhalfen Zehntausenden deutscher Juden zur Flucht aus Deutschland. „Leo Baeck und die Familie Warburg waren eng verbunden“, sagte Warburg. „Mein Vater, Eric Warburg, verhalf Leo Baeck, der wie durch ein Wunder die Grauen von Theresienstadt überlebt hatte, zur Ausreise nach Großbritannien. Dazu hatte sich Leo Baeck erst bereit erklärt, nachdem der letzte Insasse das Lager verlassen hatte.“ 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hätten seine Familie und das Bankhaus M.M. Warburg & CO. wieder einen festen Platz in Deutschland. Das Engagement seiner Vorfahren für die deutsch-jüdische Kultur und die Rückkehr seines Vaters nach der NS-Zeit seien damals mutig gewesen und aus heutiger Sicht richtig. Leo Baeck habe es als eine „zutiefst menschliche und bedeutende Aufgabe“ gesehen, zerrissene Traditionen wieder „in ihren alten Rechten aufleben zu lassen“, so Warburg Das LBI würdigt mit der Leo-Baeck-Medaille seit 1978 Persönlichkeiten, die sich um die deutsch-jüdische Kultur verdient gemacht haben. Bisherige Preisträger waren unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer, die ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und Joachim Gauck sowie die Historiker George L. Mosse und Fritz Stern.

Max Warburg

Die wechselvolle Geschichte der Warburgs reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Die Familie brachte in vielen Bereichen – Finanzen, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur – bedeutende Persönlichkeiten hervor. Seit 1670 sind die Warburgs mit der Stadt Hamburg verbunden, wo die unabhängige Privatbank M.M. Warburg & CO. 2018 ihr 220. Jubiläum feiern kann.

Stiftung Warburg Archiv

Das Warburg Archiv hat sich seit 2006 zu einer der wichtigsten Sammlungen zur deutsch- jüdischen Geschichte  entwickelt. Das Archiv vereint Dokumente vom 17. Jahr￾hundert bis zur Gegenwart mit einem Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert. Den Kern der Sammlung bilden Altakten der Warburg-Bank und zahlreiche Nachlässe. Zu den Sonderbeständen gehört das sogenannte Auswandererarchiv mit Unterlagen zu zehntausenden jüdischer Emigranten, denen das Bankhaus Warburg während des NS-Zeit zur Flucht aus Deutschland verhalf.

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