1938Projekt | Posts from the Past

Copyright: Schwarzkopf-Stiftung, Adrian Jankowski

Wie lässt sich 80 Jahre nach den Ereignissen von 1938 dieses Wechselbad der Gefühle aus Schrecken und Überrumpelung begreifen, das die Betroffenen unter dem NS-Regime erlebten? Eine äußerst aussagekräftige Methode ist es, die Briefe, Tagebücher und Fotografien zu betrachten, die von deutschsprachigen Juden und ihren Familien bewahrt wurden. Unter Verwendung von Dokumenten aus unseren Archiven und zahlreicher Partnerinstitutionen wird das Leo Baeck Institut – New York | Berlin (LBI) die Seite www.1938projekt.org mit persönlichen Geschichten erweitern – eine für jeden Tag im Jahr 1938. Diese Materialien zeigen das breite Spektrum an Reaktionen und Emotionen, das Einzelpersonen und Familien durchlebten, während sie sich bemühten, aus Deutschland und Österreich zu fliehen, um zu überleben. Entlang der Kalendereinträge werden bedeutsame Weltereignisse beschrieben und liefern den historischen Kontext der individuellen Geschichten.

Für die Wanderausstellung wurden 12 dieser Geschichten ausgewählt, die auch heute nichts von ihrer Brisanz verloren haben: Sie erzählen von Privatpersonen und Familien, denen ihre Lebensgrundlage, ihr Besitz, ihre Rechte und mitunter sogar ihr Leben genommen wurde. Eindrücklich berichten sie von erfolgreicher Akkulturation und Integration sowie den verheerenden Folgen von Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung. Gerade in Zeiten, wo die Werte der Demokratie in Frage gestellt werden, sind diese historischen Zeugnisse eine deutliche Mahnung und eine unschätzbare Quelle für zukünftige Generationen.

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