Menschen

„Das muss man mit eigenen Augen gesehen haben“ – Deutsch-jüdische Stipendiaten zu Besuch in New York

Eintauchen in New York City, auftauchen in neuen Lebenswelten: Für zwölf jüdische Studierende aus Deutschland bedeutete das im November eine Reise in die jüdisch-amerikanische Gegenwart und die deutsch-jüdische Vergangenheit. Wie Rafael Haimann, einer der Teilnehmenden, reflektiert, lernte er „durch die vielen Besuche bei jüdischen Organisationen und Gemeinden Ausprägungen eines weltoffenen und progressiven Judentums kennen, die ich in einer solchen Intensität bisher in Deutschland und Israel nicht erfahren hatte.“

Leo-Baeck-Medaille 2017 für Max Warburg

Der Hamburger Bankier Max Warburg erhielt die Leo-Baeck-Medaille 2017. Das LBI würdigt damit Warburg für sein persönliches Engagement für jüdische Institutionen wie das Israelitische Krankenhaus in Hamburg, sowie für seine Verdienste um den Erhalt der deutsch-jüdischen Geschichte, u.a. durch den Aufbau der Stiftung Warburg Archiv.

Hilfe für geflüchtete Akademiker: Ein Gespräch mit Henry Kaufman

Die Archive im Leo-Baeck-Institut sind voll von Dokumenten von Akademikerinnen und Akademikern, die – dank Hilfe aus dem Ausland – vor den Nazis fliehen konnten. Das Institut für Internationale Bildung (IIE) vermittelte seinerseits unter Federführung von Edward R. Murrow über 330 Akademikerinnen und Akademiker. Die Liste der Namen kommt einer Auflistung der Archivsammlungen im LBI gleich. Kaufman und ein weiterer deutscher Jude, der ebenfalls als Kind geflüchtete Psychiater und Investor Henry Jarecki, halfen 2002 einen mehrere Millionen Dollar schweren Fonds am IIE einzurichten. Mit ihm konnte das IIE in den letzten 15 Jahren über 700 politisch bedrohte Akademiker in über 50 Länder vermitteln.

Carol Kahn Strauss: Eine Würdigung

Carol Kahn Strauss gehört zu den wenigen Menschen, die schon bei der ersten Begegnung einen tiefen Eindruck hinterlassen und ihrem Gegenüber in Erinnerung bleiben. Über 20 Jahre hat sie die Geschicke des Leo Baeck Instituts (LBI) maßgeblich geprägt. Carol Kahn Strauss war von 1994 bis 2012 geschäftsführende Direktorin und vertrat bis zu ihrem Ruhestand als Internationale Direktorin (2013-2015) des LBI dessen Interessen in Europa.

Ein Name aus Schall und Rauch? Dennis Baum und die Geschichte des Familienunternehmens Simson

Dennis Baum musste nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 jahrelang um die Entschädigung des Familienvermögens kämpfen. Im Januar 2014 nahm Baum zusammen mit seinen ehemaligen Verhandlungspartnern an einer öffentlichen Diskussion im Jüdischen Museum in Berlin teil. Es ging darum, gemeinsam zu reflfektieren, was 20 Jahre zuvor schief gelaufen war. Die Akten der Firma Simson und der Fall ihrer Restitution durch die Treuhandanstalt werden heute in den Archiven des Leo Baeck Instituts (LBI) aufbewahrt.

Erinnerungsarbeit anerkennen: Der Obermayer–Preis

Einmal im Jahr zeichnet die Obermayer Foundation mit Sitz in Boston fünf Einzelpersonen in Deutschland aus, die sich in besonderer Weise dafür einsetzen, die Erinnerung an das facettenreiche Erbe deutsch-jüdischen Lebens wachzuhalten. Geschaffen von Philanthrop Arthur Obermayer (1931-2016), werden die „Obermayer German-Jewish History Awards“ unter anderem vom Leo Baeck Institut (LBI) unterstützt.

In die Zukunft investieren: Förderung der nächsten Generation deutsch-jüdischer Leistungsträger

Einer der Wege des Leo Baeck Instituts (LBI), die Erinnerung an die Traditionen deutschsprachigen jüdischen Lebens in die Gegenwart einfließen und für die Zukunft fruchtbar zu machen, ist die Bildungsarbeit mit der heranwachsenden Generation jüdischer Verantwortungsträger in Deutschland. Zu diesem Zweck kooperiert das LBI seit einigen Jahren mit dem Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES).