Projekte

Wissen auf der Flucht – Eine multidisziplinäre Konferenz über die institutionelle Hilfe für politisch verfolgte Wissenschaftler

Am 4. und 5. Dezember 2017 trafen sich unter dem Schlagwort „Wissen auf der Flucht“ Akademikerinnen und Akademiker unterschiedlicher Disziplinen in New York, um das bestehende Wissen über die geleistete sowie ausgebliebene Unterstützung für Gelehrte – Akademiker, Intellektuelle und Wissenschaftler – aus bedrohten und intellektuell unterdrückten politischen Kontexten zu vertiefen. Das LBI hatte sich mit der New School for Social Research in New York und dem Deutschen Historischen Institut in Washington D.C. zusammengetan, um das akademische Treffen an der New School in Manhattan auszurichten – einer Institution, deren Geschichte der Rettung von Wissenschaftlern selbst Gegenstand der Tagung wurde.

Der Edythe-Griffinger-Kunstkatalog offenbart eine verborgene Sammlung

Seit einem Jahr wächst der Kunstkatalog des LBI im World Wide Web. Im Januar 2017 wurde der Edythe-Griffinger-Katalog mit 1000 digitalisierten Werken aus der LBI Kunstsammlung online freigeschaltet. Die Schenkung an einen Treuhandfonds nach dem Willen der verstorbenen Edythe Griffinger ermöglichte dem LBI nicht nur die Entwicklung des neuen Online-Portals für digitalisierte Kunstwerke. Sie erlaubte außerdem Kuratoren und Bibliothekaren eine sorgfältige Auswahl der wichtigsten Kunstwerke vorzunehmen und die Metadaten im Katalog zu verbessern, so dass Nutzer des Katalogs nun Zugriff haben auf Kunstwerke, die bisher kaum öffentlich zugänglich waren.

Zu Besuch im Deutschen Literaturarchiv Marbach

Renate Evers, Leiterin der Sammlungen im LBI, besuchte auf Einladung des Forschungsverbunds Marbach-Weimar-Wolfenbüttel das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) . Eine Woche lang hatte sie die Gelegenheit, die Bestände und Aktivitäten des führenden Archivs der Quellen deutschsprachiger Literatur kennenzulernen. Gemeinsame mit ihren Marbacher Kolleginnen und Kollegen und entdeckte sie viele Gemeinsamkeiten zwischen unseren Institutionen und damit verbunden Möglichkeiten, zukünftig zusammen zu arbeiten.

Das „1938Projekt” – Posts from the Past, 80 Jahre danach

In einer Wanderausstellung und einem neuen Online-Projekt zeigt wir zusammen mit einer Reihe an internationalen Partnerarchiven das Jahr 1938 aus der Sicht von Jüdinnen und Juden. Die persönlichen Dokumente schildern sowohl ihre eigenen Erfahrungen und erlittenen Nöte als auch die wachsenden Spannungen in Europa und die schwindende Hoffnung für Juden in Deutschland und Österreich.

Israel Jacobson Netzwerk fördert die Braunschweiger Region als Wiege der jüdischen Wissenschaft

Der Bankier Israel Jacobson (1768-1828) gründete die nach ihm benannte Jacobson-Schule in Seesen, an der erstmals jüdische und christliche Kinder unterrichtet wurden. Zugleich wurde die Schule eine der frühesten Bildungseinrichtungen der Haskala, der jüdischen Aufklärung, und Israel Jacobson selbst eine der herausragenden Persönlichkeiten der Reformbewegung. Ein neuer Verein, das Israel Jacobson Netzwerk, mit Mitgliedern aus Wissenschaft, Kultur und Politik, rückt diese einzigartigen und heutzutage mitunter vergessenen Errungenschaften jüdischer Protagonisten wieder ins öffentliche Bewusstsein.

Deutsch und Jüdisch – Eine Kabinettausstellung des LBI auf Besuch in Deutschland

Seit Jahrzehnten versteht sich das Leo Baeck Institut (LBI) als Mittler zwischen deutsch-jüdischer Geschichte, deutsch-jüdischer Diaspora und der deutschen Gesellschaft. In diese Entwicklung reiht sich die Ausstellung „Deutsch und Jüdisch“ ein, die als Wanderausstellung eine weitere transatlantische Brücke schlägt. Erstmals kehren die gezeigten Exponate, der Schutzbrief des Callmann Lazarus von 1777, das erste Protokollbuch der 1792 in Berlin gegründeten „Gesellschaft der Freunde“, ein Porträt von Bertha Pappenheim und die Schokoladentassen der Geschwister Maja und Albert Einstein. zurück in das Land, das ihre Besitzer und Bewahrer vor vielen Jahrzehnten verließen.

Der Freimann-Katalog: Rekonstruktion einer verlorenen Sammlung

Im August erreichte das Leo Baeck Institut (LBI) eine freudige Nachricht aus der Bibliothek der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt: Das Team um Rachel Heuberger, Leiterin der Hebraica- und Judaica-Abteilung, hatte der digitalen Freimann-Sammlung den zehntausendsten Buchtitel hinzugefügt. Die Universitätsbibliothek Frankfurt und das LBI arbeiten seit mehreren Jahren daran, die einzigartige Sammlung von Judaica virtuell zu rekonstruieren.

Konferenzen und Workshops 2016

Im Herbst 2016 richtet das LBI zwei Konferenzen in Deutschland aus: Im Oktober geht es in Leipzig um eine Neubewertung des Schicksalsjahres 1938 für die Geschichte der jüdischen Migration und Flucht. Im November diskutieren wir in Berlin neue Forschungsansaetze zur Geschichte der Juden in der DDR.