Der jüdische Jahreskreis: Kalender und Mahzor im LBI

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Neben einer Vielfalt an Mahzors bewahrt das Leo Baeck Institut (LBI) in seiner Sammlung eine bunte Palette an jüdischen Kalendern in hebräischer und in deutscher Sprache.

Erinnerungsarbeit anerkennen: Der Obermayer–Preis

Jedes Kind erarbeitet sich die Lebensgeschichte eines jüdischen Berliners,
der im Bayerischen Viertel, in dem die Grundschule steht, gelebt hat. Zum Projektende schreiben die Schülerinnen und Schüler die Namen und
Lebensdaten, die sie recherchiert haben, auf einen Gedenkstein.

Einmal im Jahr zeichnet die Obermayer Foundation mit Sitz in Boston fünf Einzelpersonen in Deutschland aus, die sich in besonderer Weise dafür einsetzen, die Erinnerung an das facettenreiche Erbe deutsch-jüdischen Lebens wachzuhalten. Geschaffen von Philanthrop Arthur Obermayer (1931-2016), werden die „Obermayer German-Jewish History Awards“ unter anderem vom Leo Baeck Institut (LBI) unterstützt.

Ein Name aus Schall und Rauch? Dennis Baum und die Geschichte des Familienunternehmens Simson

Die Simson-Werke auf einer Postkarte um 1920. (Postkartensammlung Stadtarchiv Suhl)

Dennis Baum musste nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 jahrelang um die Entschädigung des Familienvermögens kämpfen. Im Januar 2014 nahm Baum zusammen mit seinen ehemaligen Verhandlungspartnern an einer öffentlichen Diskussion im Jüdischen Museum in Berlin teil. Es ging darum, gemeinsam zu reflfektieren, was 20 Jahre zuvor schief gelaufen war. Die Akten der Firma Simson und der Fall ihrer Restitution durch die Treuhandanstalt werden heute in den Archiven des Leo Baeck Instituts (LBI) aufbewahrt.

In die Zukunft investieren: Förderung der nächsten Generation deutsch-jüdischer Leistungsträger

Stipendiatinnen und Stipendiaten des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks lernen auf einer Auslandsakademie in New York DigiBaeck kennen. Mit dem
Online-Portal des LBI recherchieren sie Dokumente deutsch-jüdischen Lebens. Da DigiBaeck die im LBI archivierten Materialien in digitalisierter Form weltweit zugänglich macht, können die Besucher, wieder zurück in Deutschland, das Online-Portal für ihr Studium zu Hause nutzen.

Einer der Wege des Leo Baeck Instituts (LBI), die Erinnerung an die Traditionen deutschsprachigen jüdischen Lebens in die Gegenwart einfließen und für die Zukunft fruchtbar zu machen, ist die Bildungsarbeit mit der heranwachsenden Generation jüdischer Verantwortungsträger in Deutschland. Zu diesem Zweck kooperiert das LBI seit einigen Jahren mit dem Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES).

Konferenzen und Workshops 2016

ADN-ZB Zimmermann 10.11.88 Berlin: Gedenken-Synagoge-Grundstein
Für die in der faschistischen Pogromnacht geschändete und im Zweiten Weltkried zerstörte neue Synagoge Berlin wurde im Beisein des Generalsekretärs des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, und weiterer Persönlichkeiten des In- und Auslandes symbolisch der Grundstein für den Wiederaufbau gelegt. V.l.n.r. Dr. P. Kirchner, M. Gerlach, H. Homann, E. Kreck, Dr. G. Seifert (Ungarn), E. Honecker, S. Rotstein, G. Mittag und W. Jarowinsky.

Im Herbst 2016 richtet das LBI zwei Konferenzen in Deutschland aus: Im Oktober geht es in Leipzig um eine Neubewertung des Schicksalsjahres 1938 für die Geschichte der jüdischen Migration und Flucht. Im November diskutieren wir in Berlin neue Forschungsansaetze zur Geschichte der Juden in der DDR.

Der Freimann-Katalog: Rekonstruktion einer verlorenen Sammlung

Employees of the LBI and the Center for Jewish History who worked on the reconstruction of the Freimann Collection. (From left) Ilya Slavutskiy, Renate Evers,
Rachel Miller, Laura Leone, Moriah Amit, Lauren Paustian, Tracey Felder, Tim Conley, Eric Fritzler, Leanora Lange, Erica Magrey, Jennifer Rodewald. Not pictured: Ginger Barna, Albina Leibman-Klix, Shayna Marchese, Satoshi Tsuchiyama, Gloria Machnowski. Felder is holding an edition of the catalog published by Aron
Freimann (inset) in 1932, which formed the basis for the team’s work.

Im August erreichte das Leo Baeck Institut (LBI) eine freudige Nachricht aus der Bibliothek der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt: Das Team um Rachel Heuberger, Leiterin der Hebraica- und Judaica-Abteilung, hatte der digitalen Freimann-Sammlung den zehntausendsten Buchtitel hinzugefügt. Die Universitätsbibliothek Frankfurt und das LBI arbeiten seit mehreren Jahren daran, die einzigartige Sammlung von Judaica virtuell zu rekonstruieren.

Wieviel Geschichte fasst ein Kubikmeter? Die Archivierung von Sammlungen im LBI

Sophia Stolf legt die Papiere in Ordnern an, notiert die Art der Dokumente und packt die Ordner in die Archivkisten, in denen sie schließlich im Archiv landen werden.

Der dichte Staub auf den Koffern vibriert, als Frank Mecklenburg sie im Leo Baeck Institut (LBI) abstellt. Aber auch ohne den Puder der Zeit wäre klar, dass diese Koffer weitgereist sind, und das nicht erst seit gestern. Uralt-Aufkleber der American Airlines sowie des „Grand Hotel & Kurhaus Huis ter Duin“ in Holland heften an den abgewetzten Lederdeckeln. Die Gepäckstücke sind die neueste Schenkung archivalischen Materials an das LBI. Hier treten die Koffer nun ihre letzte Reise an. Ziel ist die langfristige Erhaltung der Geschichte(n), die sie bergen.

Einblicke in die musikalischen Sammlungen des LBI

Heinrich Sontheim (* 3. Februar 1820 in Jebenhausen; † 2. August 1912 in Stuttgart) war ein deutsch-jüdischer Opernsänger (Tenor).

Obwohl viele der deutsch-jüdischen Musiker und ihrer bewahrten Werke einst fester Bestandteil des musikalischen Mainstreams in Deutschland waren, gelten sie heute oft als „vergessen“ – oder erhalten nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt. Daher erinnert das LBI nun anhand von Objekten zu ausgewählten Personen einige dieser Dirigenten und Komponisten.

LBI News No. 101 | Summer 2016

LBI Newsletter 101 Summer 2016_Page_01

This issue presents the collection of mahzors published in Roedelheim that have recently been catalogued by LBI librarian Moriah Amit, and it features so-called Tarnschriften, camouflaged publications, that have been used in Nazi Germany to avoid censorship and that are now preserved in the LBI collection. Tim Corbett, Postdoctoral Fellow at the Center for Jewish History explains how Vienna’s Jewish cemeteries are forgotten yet profound memorials to the city’s history of Jewish life. Also, we hear five success stories of researchers who used LBI material in search for their families’ roots.

Family of Rare Book Donor Visits LBI

(l-r) Columbia University historian Elisheva Carlebach; President & CEO of the Center for Jewish History, Joel Levy; Playwright Peter Wortsman; Frank Herz's daughter-in-law, Janet Stahl; Herz's grand-daughter, Dana Stahl-Herz; and Herz's son David Herz.

This spring, an exhibition in the David Berg Rare Book Room at the Center for Jewish History displayed rare books from the collection of Frank L. Herz. The works on display included Johannes Reuchlin’s Augenspiegel from 1511, one of the earliest treatises against antisemitism and intolerance. Descendents of Herz who attended the exhibition opening were moved seeing the collection of their father, father-in-law, and grandfather being presented to the public.