Israel Jacobson Netzwerk fördert die Braunschweiger Region als Wiege der jüdischen Wissenschaft

Der Bankier Israel Jacobson (1768-1828) gründete die nach ihm benannte Jacobson-Schule in Seesen, an der erstmals jüdische und christliche Kinder unterrichtet wurden. Zugleich wurde die Schule eine der frühesten Bildungseinrichtungen der Haskala, der jüdischen Aufklärung, und Israel Jacobson selbst eine der herausragenden Persönlichkeiten der Reformbewegung. Ein neuer Verein, das Israel Jacobson Netzwerk, mit Mitgliedern aus Wissenschaft, Kultur und Politik, rückt diese einzigartigen und heutzutage mitunter vergessenen Errungenschaften jüdischer Protagonisten wieder ins öffentliche Bewusstsein.

Deutsch und Jüdisch – Eine Kabinettausstellung des LBI auf Besuch in Deutschland

Seit Jahrzehnten versteht sich das Leo Baeck Institut (LBI) als Mittler zwischen deutsch-jüdischer Geschichte, deutsch-jüdischer Diaspora und der deutschen Gesellschaft. In diese Entwicklung reiht sich die Ausstellung „Deutsch und Jüdisch“ ein, die als Wanderausstellung eine weitere transatlantische Brücke schlägt. Erstmals kehren die gezeigten Exponate, der Schutzbrief des Callmann Lazarus von 1777, das erste Protokollbuch der 1792 in Berlin gegründeten „Gesellschaft der Freunde“, ein Porträt von Bertha Pappenheim und die Schokoladentassen der Geschwister Maja und Albert Einstein. zurück in das Land, das ihre Besitzer und Bewahrer vor vielen Jahrzehnten verließen.

Der jüdische Jahreskreis: Kalender und Mahzor im LBI

Neben einer Vielfalt an Mahzors bewahrt das Leo Baeck Institut (LBI) in seiner Sammlung eine bunte Palette an jüdischen Kalendern in hebräischer und in deutscher Sprache.

Erinnerungsarbeit anerkennen: Der Obermayer–Preis

Einmal im Jahr zeichnet die Obermayer Foundation mit Sitz in Boston fünf Einzelpersonen in Deutschland aus, die sich in besonderer Weise dafür einsetzen, die Erinnerung an das facettenreiche Erbe deutsch-jüdischen Lebens wachzuhalten. Geschaffen von Philanthrop Arthur Obermayer (1931-2016), werden die „Obermayer German-Jewish History Awards“ unter anderem vom Leo Baeck Institut (LBI) unterstützt.

Ein Name aus Schall und Rauch? Dennis Baum und die Geschichte des Familienunternehmens Simson

Dennis Baum musste nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 jahrelang um die Entschädigung des Familienvermögens kämpfen. Im Januar 2014 nahm Baum zusammen mit seinen ehemaligen Verhandlungspartnern an einer öffentlichen Diskussion im Jüdischen Museum in Berlin teil. Es ging darum, gemeinsam zu reflfektieren, was 20 Jahre zuvor schief gelaufen war. Die Akten der Firma Simson und der Fall ihrer Restitution durch die Treuhandanstalt werden heute in den Archiven des Leo Baeck Instituts (LBI) aufbewahrt.

In die Zukunft investieren: Förderung der nächsten Generation deutsch-jüdischer Leistungsträger

Einer der Wege des Leo Baeck Instituts (LBI), die Erinnerung an die Traditionen deutschsprachigen jüdischen Lebens in die Gegenwart einfließen und für die Zukunft fruchtbar zu machen, ist die Bildungsarbeit mit der heranwachsenden Generation jüdischer Verantwortungsträger in Deutschland. Zu diesem Zweck kooperiert das LBI seit einigen Jahren mit dem Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES).

Konferenzen und Workshops 2016

Im Herbst 2016 richtet das LBI zwei Konferenzen in Deutschland aus: Im Oktober geht es in Leipzig um eine Neubewertung des Schicksalsjahres 1938 für die Geschichte der jüdischen Migration und Flucht. Im November diskutieren wir in Berlin neue Forschungsansaetze zur Geschichte der Juden in der DDR.

Der Freimann-Katalog: Rekonstruktion einer verlorenen Sammlung

Im August erreichte das Leo Baeck Institut (LBI) eine freudige Nachricht aus der Bibliothek der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt: Das Team um Rachel Heuberger, Leiterin der Hebraica- und Judaica-Abteilung, hatte der digitalen Freimann-Sammlung den zehntausendsten Buchtitel hinzugefügt. Die Universitätsbibliothek Frankfurt und das LBI arbeiten seit mehreren Jahren daran, die einzigartige Sammlung von Judaica virtuell zu rekonstruieren.

Wieviel Geschichte fasst ein Kubikmeter? Die Archivierung von Sammlungen im LBI

Der dichte Staub auf den Koffern vibriert, als Frank Mecklenburg sie im Leo Baeck Institut (LBI) abstellt. Aber auch ohne den Puder der Zeit wäre klar, dass diese Koffer weitgereist sind, und das nicht erst seit gestern. Uralt-Aufkleber der American Airlines sowie des „Grand Hotel & Kurhaus Huis ter Duin“ in Holland heften an den abgewetzten Lederdeckeln. Die Gepäckstücke sind die neueste Schenkung archivalischen Materials an das LBI. Hier treten die Koffer nun ihre letzte Reise an. Ziel ist die langfristige Erhaltung der Geschichte(n), die sie bergen.

Einblicke in die musikalischen Sammlungen des LBI

Obwohl viele der deutsch-jüdischen Musiker und ihrer bewahrten Werke einst fester Bestandteil des musikalischen Mainstreams in Deutschland waren, gelten sie heute oft als „vergessen“ – oder erhalten nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt. Daher erinnert das LBI nun anhand von Objekten zu ausgewählten Personen einige dieser Dirigenten und Komponisten.