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Folge 23: „Lieder des Widerstands”

Die Geschichte Karl Adlers

Für Karl Adler gibt es nichts Wichtigeres als Musik. Während er sich von einer Verletzung aus dem Ersten Weltkrieg erholt, verfolgt Karl sein großes Ziel, den deutschen Musikunterricht zu reformieren. Seine Bemühungen sind erfolgreich, bis ein ehemaliger Schüler (und Mitglied von Hitlers Braunhemden) ihn fälschlicherweise wegen sexueller Belästigung anzeigt. Karl muss von vorne anfangen und engagiert sich beim neu geschaffenen Jüdischen Kulturbund. Als antisemitische Gesetze in Kraft treten, Juden massenhaft aus Deutschland fliehen und die Welt um ihn herum zusammenbricht, trotzt Karl den Widrigkeiten und verbindet weiterhin Menschen durch Musik.

Die Karl-Adler-Sammlung am LBI dokumentiert seine gesamte Karriere, darunter sein Engagement an der Königlichen Hofoper Württemberg (dem historische Vorgängerbau der heutigen Staatsoper Stuttgart), seinen Dienst im Ersten Weltkrieg und seine Arbeit am Konservatorium und bei der Jüdischen Kulturgesellschaft in Stuttgart. Aufzeichnungen der Jüdischen Mittelstelle belegen, dass Adler sich bei der Gestapo für jüdische Familien einsetzte, die nach Nachrichten über ihre verschwundenen oder verhafteten Ehemänner und Väter suchten. Ein Ordner mit Materialien, die er über die jüdische Geschichte von Buttenhausen gesammelt hat, enthält ein Foto von Adler, der bei der Einweihung des Holocaust-Denkmals in seiner Heimatstadt im Jahr 1961 laut singt.