International Presence

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Leo Baeck Institute New York is one of three independent branches of LBI International, which includes centers in Jerusalem and London as well as a circle of scholars in Germany. Internationally, it is guided by officers in the United States, England and Israel, and its financial affairs are managed from an office in Frankfurt with the assistance of a German circle of friends and supporters. Its resources include libraries, archives, and works of art. Its activities, conducted primarily by its individual branches, include research, publications, scholarly conferences, and lectures.

The international LBI undertakes and coordinates collective activities as well as representing the LBI to agencies of the German government.

LBI International Officers

Michael Brenner — President
Benjamin Hesse — Treasurer
Shmuel Feiner — Vice President
David Rechter — Vice President

Walter Langhammer und die Strahlkraft Indiens

 

Stadt am Alpensee von Walter Langhammer

Ein huebscher Marktplatz in der Mittagssonne, ein kleines Dorf in den Alpen, ein Staedtchen am Rande eines Sees, dahinter die Berge. Die drei Bilder locken mit leuchtenden Farben, aufgetragen mit expressionistisch-federnden Pinselstrichen. Am liebsten moechte man in ihnen Urlaub machen. Was die strahlenden Bilder nicht verraten: Die Lebensgeschichte ihres Erschaffers steht der Leuchtkraft seiner Kunstwerke in nichts nach.

Walter Langhammer, geboren 1905 im oesterreichischen Graz, gilt als einer der Vaeter der “Bombay Progressives”. Die junge indische Kunstbewegung kristallisierte sich in den 1940er Jahren unter dem Einfluss Langhammers. Im Laufe der folgenden Dekade formte sich ein Verbund junger Kuenstler, die, hungrig nach Selbstbestimmung und Erneuerung, Langhammers Impulse der europaeischen Kunstszene nutzten, um sich vom britischen Imperat freizuschaffen.

Als Langhammer 1938 vor den Nationalsozialisten nach Bombai (heute Mumbai) floh, war er laengst studierter Kuenstler. Zu seinen Lehrern an der Wiener Akademie der Bildenden Kuenste gehoerten Ferdinand Andri, Hanz Tichy und Josef Jungwirth. Im Gegensatz zu seiner Ehefrau Kaethe Urbach war Langhammer nicht juedisch. Allerdings stand er mit seinen politischen Ansichten, die er unter anderem in Form von Karikaturen veroffentlichte, im Widerstand gegenueber den Nazis. Eine ehemalige indische Studentin Langhammers in Wien, Shirin Vimadala, draengte Langhammer und seine Ehefrau, nach Indien zu kommen. Vimadala gelang es auf Langhammers Bitte hin, den Herausgeber der “Times of India” zu ueberzeugen, Langhammer als ersten Kunstdirektor der Zeitung einzustellen.

Marktplatz von Walter Langhammer

Ironischer- und tragischerweise wurden Walter und Kaethe nach ihrer Ankunft in Indien von den Briten als Kriegsgefangene verhaftet. Kaethe wurde in Satara interniert, Walter in Ahmednagar, wo er von anderen Gefangenen wiederum aufgrund seiner Kritik an Hitler drangsaliert wurde. Erst nachdem Kaethe den gemeinsamen Kuenstlerfreund Rudolf von Leyden veranlasste, Zeitungsausschnitte von Walters Hitlerkarikaturen den Autoritaeten in Indien zu schicken, kamen beide 1941 frei.

In ihrer Wohnung richteten die Langhammers ein Atelier ein. Junge indische Kuenstler konnten hier ungestoert ihrer Arbeit nachgehen. Sonntags luden Walter und Kaethe Kuenstler und Intellektuelle zu Salongespraechen zu sich nach Hause ein. Zusammen mit Rudolf von Leyden und Emmanuel Schlesinger brachte Langhammer den jungen Kuenstlern ein Kunstverstaendnis nahe, das grundverschieden war von der Tradition der Royal Academy of Art, die sie an ihren indischen Schulen kennengelernt hatten. Eingehend diskutierten sie Arbeiten von Picasso und anderen europaeischen Meistern. Syed Haider Raza, Langhammers Protégé, der zu einer der zentralen Figuren der “Progressive Artists Group” wurde, berichtet, wie Langhammer mit ihm Razas Arbeiten diskutierte und ihn mit Werken von Raphael, El Greco, Monet, Cézanne, aber auch mit persischer und indischer Rajput-Miniaturmalerei vertraut machte. Indem sie analysierten, was in jenen Bildern “passierte”, so Raza, schaerfte sich sein Formbewusstsein. “Schau sie dir ganz genau an”, habe Langhammer gesagt. “Finde die Unterschiede. Du musst die Bilder geradezu sezieren. Du musst genau sagen koennen, worin sich ein Matisse von einem Picasso unterscheidet und ein Monet von einem Cézanne.”

Alpendorf von Walter Langhammer

Mit seiner eigenen Bildung, seinen Kontakten in den Kreisen juedischer Exilanten aus Europa, und auch mit seinem materiellen Wohlstand kreierte Langhammer einen Naehrboden, auf dem die spaeter als “Progressive Artists” bezeichneten Nachwuchskuenstler florierten. Der gebuehrtige Wiener hatte frueh das Potenzial fuer die neue Kunstbewegung wahrgenommen und sah die langsame, aber stetige Entwicklung der “Progressive Artists” voraus. Der Einfluss, den die neue indische Kunstzene weit ueber Indien hinaus ausueben wuerde, war Langhammers Meinung nach nicht zu ueberschaetzen.

Einige der aus Europa gefluechteten Intellektuellen, Industriellen und Doktoren unterstuetzten als Kunstmaezene Langhammers Schueler. Zu ihnen gehoerte der Kunstkritiker der Times of India, Rudolf von Leyden. “Ich bin auf die Farbe aus”, habe er Langhammer bei einer von dessen Ausstellungen in der Bombay Art Society sagen hoeren. So wie Langhammers Enthusiasmus und Expertise die junge Kuenstlerszene Indiens nachhaltig gepraegt haben, so haetten laut Leyden das Licht und die Farben Indiens einen tiefen Einfluss auf Langhammers kuenstlerisches Schaffen ausgeuebt. Als sich Walters Gesundheit kontinuierlich verschlechterte, kehrte er mit Kaethe nach Europa zurueck. 1977 verstarb er im Alter von 72 Jahren.

Ob es die Sonne Indiens ist oder schlichtweg das Alpenlicht, das den huebschen Marktplatz, das kleine Dorf und das Staedtchen am Rande des Sees erstrahlen laesst, ist unklar; es ist nicht bekannt, ob die drei Bilder Langhammers in der Obhut des LBI vor, wahrend oder nach Langhammers Zeit in Indien entstanden. Sicher scheint jedoch dies, dass der Kuenstler die Farben zum eigentliche Gegenstand der Bilder gemacht hat.

Leo Baeck Institute, New York in Berlin

The Jewish Museum Berlin (cc Libeskind/Schneider)

The Jewish Museum Berlin (cc Libeskind/Schneider)

In 2013, Leo Baeck Institute, New York established a branch office in Berlin to maintain and deepen relations with scholars,  Jewish Communities, government and corporate sponsors, and the wider public in Germany.  Since the early 2000’s however, researchers have had access to LBI materials at the Jewish Museum Berlin, where LBI maintains duplicate copies of its microfilm collections.  Approximately one-third of the collections are available on over 2,500 microfilms at the Jewish Museum Berlin Reading Room.

Leo Baeck Institute New York – Berlin Office

Dr. Miriam Bistrovic
Glinkastraße 32
10117 Berlin
Germany
Tel: +49 (0)30 – 500 14 165
Fax: +49 (0)30 – 500 14 172
mbistrovic@lbi.cjh.org

Leo Baeck Institute Archives at the Jewish Museum Berlin

www.jmberlin.de

Aubrey Pomerance
Head of Archives JMB/Leo Baeck Institute
Lindenstraße 9-14
10969 Berlin
Germany
Tel: +49 (0)30 259 93 556
Fax: +49 (0)30 259 93 409
a.pomerance@jmberlin.de

Leo Baeck Institute, London

leo_baeck_institute_london_logoThe Leo Baeck Institute, London publishes the LBI Year Book, internationally recognized as the leading publication in its field, as well as the Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen, and organizes a variety of scholarly conferences. It also offers fellowships to scholars, runs a joint MA program in European Jewish history with Queen Mary, University of London and generally promotes research on German-Jewish history and culture at English universities.

2nd Floor, Arts Two Building
Queen Mary, University of London
Mile End Road
London, E1 4NS
Tel: +44 (0)20 7882 5690/5689
www.leobaeck.co.uk

Leo Baeck Institute, Jerusalem

Martin Buber, Ernst Simon, and Shmuel Hugo Bergman at the founding conference of Leo Baeck Institute, May 30, 1955

Martin Buber, Ernst Simon, and Shmuel Hugo Bergman at the founding conference of Leo Baeck Institute, May 30, 1955

In May 1955, the Leo Baeck Institute (LBI) was founded in Jerusalem by a diverse group of intellectuals and well-known public figures of German-Jewish origin. Among them were Martin Buber, Shmuel Hugo Bergman and Ernst Simon. The picture above taken in the mid 1950s shows them on the terrace of Buber’s house in Jerusalem. Today, the Leo Baeck Institute Jerusalem is proud to continue the work of its founders.

In recent years, LBI Jerusalem has expanded the original mission and added new activities and programs of relevance to contemporary Israeli society by encouraging a dialogue focusing on the experiences and traditions of German and Central European Jewry. LBI Jerusalem considers research to be its foremost priority and since its inception, has published many studies on German and Central European Jewry in Hebrew, English, and German. Other publications include the following series: the Hebrew “Bridges” −Studies in the History of Central European Jewry, “Innovations” −Studies in the History of German and Central European Jewry, as well as the German “Jüdischer Almanach”. In order to promote and support academic research, LBI Jerusalem has developed a wide range of programs and seminars, such as its “International Summer Research Seminar”. The Institute also awards research grants to young scholars in the field of Central European Jewry and continues to explore new ideas for supporting graduate and postdoctoral students.

Academic and cultural events have also become an integral part of LBI Jerusalem. We make great efforts to share our research both with the Israeli academic community and with the general public. The international conferences, as well as the lectures, literary cabarets, and film evenings of the LBI Jerusalem are tailored to both academic and general audiences.

The LBI Jerusalem maintains an archive consisting primarily of papers and documents of Central European Jews who immigrated to Israel. In addition, we are currently developing a film library on the history of Central European Jewry as well as a project documenting the biographies of Israelis of Austrian origin via video-interviews and a detailed database.

33 Bustenai Street
Jerusalem 9322928
Postal Address:
POB 8298, Jerusalem 9108201
Tel: +972-2-5633790
Fax: +972-2-5669505

Freunde und Förderer des LBI e.V.

The Freunde und Förderer des LBI is a registered association that supports the activities of the Leo Baeck Institute by distributing various German government grants.  It publishes a biannual report on the activities of the institute under the title LBI-Information.

Liebigstrasse 24
60323 Frankfurt am Main
Germany
Tel: +49 (0) 69-722133
Fax: +49 (0) 69-723841
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Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft des LBI in Deutschland

This working group consists of scholars living in Germany active in the field of German-Jewish history and culture. It organizes conferences and seminars in German-Jewish history at annual meetings of the association of German historians.

Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum
Technische Universität Berlin
Ernst-Reuter-Platz 7 (TEL 9-1)
10587 Berlin
Tel: +49 (0)30-314-25851
Fax +49 (0)030-314-21136
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