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Von Mendelssohn zu Einstein – von Wolfenbüttel nach New York (und zurück). Jüdische Wege in die Moderne

Laufzeit
16. November 2016 – 5. März 2017
Ort
Braunschweigisches Landesmuseum

Integration durch Bildung - ein Schlagwort mit langer Geschichte

Sie führte zurück in die Zeit um 1800, als Jüdinnen und Juden im Gefolge der Aufklärung den Aufbruch in die Moderne mitgestalten wollten: Rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe erforderten eine neue Form von Bildung jenseits der jüdischen Traditionen. Zur Bildungsreform sollte auch ein neuer Blick auf jüdische Kultur und Geschichte beitragen. Die „Wissenschaft des Judentums“ entstand, als sich Intellektuelle und Forscher wie Heinrich Heine, Eduard Gans, Leopold Zunz und Abraham Geiger zusammenfanden, um das Judentum zum Gegenstand moderner Forschung zu machen. Damit formulierten sie die Ansätze für eine neue jüdische Identität.

Die Region um Braunschweig spielte hierbei eine bedeutende Rolle. Die jüdischen Reformschulen in Wolfenbüttel und Seesen legten seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts für viele Schüler die Grundlagen, um in der bürgerlichen Gesellschaft erfolgreich zu werden. Leopold Zunz selbst war Absolvent der Samson-Schule in Wolfenbüttel. Die von Zunz und anderen Intellektuellen angeregte Wissenschaft des Judentums entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts in zahlreichen Forschungs- und Bildungseinrichtungen, deren Traditionen bis heute wirksam sind.

Das Leo Baeck Institute New York widmete der Wissenschaft des Judentums eine aufschlussreiche Ausstellung. Das Braunschweigische Landesmuseum und das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. konnten dank ihrer Kooperation mit dem Leo Baeck Institute diese Präsentation nach Braunschweig holen und sie in Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig ergänzen. Unter den Exponaten aus New York waren einige, die ihren Ursprung in Wolfenbüttel hatten. Sie kehrten damit erstmals – gleichsam zu Besuch – in die Region ihrer Entstehung zurück.