Geschmack der Erinnerung
Essen, Familie und Identität im Spiegel deutsch-jüdischer Kochbücher
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Deutsch-jüdische Kochbücher sind weit mehr als Rezeptsammlungen: Sie bewahren Familiengeschichten, dokumentieren Migration und Verlust, erzählen von Kontinuitäten und kulturellem Wandel und eröffnen als Quellen des Alltags neue Perspektiven auf Erinnerung, Zugehörigkeit und Identität.
Das Symposium bringt Wissenschaftler:innen, Archivar:innen, Autor:innen, Köch:innen und Kulturvermittler:innen zusammen. Im Mittelpunkt stehen Kochbücher aus den Archiven des Leo Baeck Institute sowie verwandte Sammlungen als historische Quellen, Träger familiärer Erinnerungen und Ausdruck jüdischer Kulturgeschichte.
1.12.2026
14:00 Uhr
BEGRÜSSUNG & EINFÜHRUNG
14:30 Uhr
Panel 1: Kochbücher durch die Jahrhunderte
Exilerfahrungen, restauratorische Herausforderungen und Besonderheiten archivalischer Sammlungen
Mit Monika Sommerer, Bibliothekarin und Kunsthistorikerin, Leiterin der Bibliothek des Jüdischen Museums Berlin; Dr. Sylvia Asmus, Direktorin des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek;
Moderation: Prof. Dr. Miriam Rürup, Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien, Vorsitzende Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft LBI.
Kafeepause
16:00 Uhr
Vortrag: Kaschrut und Kochen
Daniela Rusowsky, Journalistin, M.A. Anthropologie, Doktorandin zur Verbindung von Essen und Identität an der Universität Paderborn und Masorti-Rabbinerstudentin.
16:30 Uhr
Vortrag: Aschkenasisch, sephardisch, Diaspora-Küche, Deli-Küche
Zur Vielfalt jüdischer Kochtraditionen
Prof. Dr. Gunther Hirschfelder, Professur für Vergleichende Kulturwissenschaft, Universität Regensburg.
Kaffeepause
17:30 Uhr
Panel 2: Historische Kochbuchautor:innen als Unternehmer:innen
Mit Priv. Doz. Dr. Karina Urbach, Historikerin und Autorin, Senior Research Fellow am Institute of Historical Research, University of London; Gerhard J. Rekel, Autor und Filmemacher, Biograf von Lina Morgenstern;
Moderation: Ulrich Baumann, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
2. Dezember 2026
10:00 Uhr
Vortrag: Psychologische Bedeutung des Kochens und der Bewahrung von Kochbüchern
Marina Chernivsky, Psychologin und Verhaltenswissenschaftlerin, Leiterin des Kompetenzzentrums für antisemitismuskritische Bildung und Forschung sowie Gründungsgeschäftsführerin von OFEK e.V.
10:30 Uhr
Panel 3: Kochbücher in der Familie
Innerfamiliäre Funktionen von Kochbüchern bei der Vermittlung von Traditionen, Rollenbildern und Identität
Mit Shani Leiderman, Köchin und Gründerin von Beba Restaurant & Catering, Berlin; Antonia Reck, Kulturwissenschaftlerin und Provenienzforscherin, Lippische Landesbibliothek Detmold; Barbara Guggenheim, ehemalige Literaturagentin und Gründungsmitglied des Jüdischen Salons am Grindel, Mitherausgeberin von „Das Jüdische Kochbuch aus Hamburg“;
Moderation: Sharon Adler, Journalistin, Fotografin, Vorstandsvorsitzende der „Stiftung Zurückgeben“ und Gründerin des Online-Magazins AVIVA-Berlin
Kaffeepause
12:00 Uhr
Panel 4: Kochen und Kochbücher als Teil des Communitybuildings
Mit Andrei Kovacs, Geschäftsführer von JewLif; Marina Chernivsky, OFEK e.V.; Hermann Simon, Historiker und Gründungsdirektor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum;
Moderation: Sharon Adler.
Mittagessen
14:00 Uhr
Panel 5: Rezepte für morgen: Jüdische Küche zwischen Erinnerung, Gegenwart und Zukunft
Ein Gespräch mit Cynthia Barcomi
Abschlusspanel mit Cynthia Barcomi, Unternehmerin, Autorin und Gründerin von Barcomi’s;
Moderation: Shelly Kupferberg, Journalistin, Autorin und Moderatorin.